Nach den ersten Wochen voller Aufregung und Adrenalin begann eine weniger glamouröse, aber ebenso wichtige Phase: die Phase, in der Träume in die Tat umgesetzt werden mussten, und diese Taten erforderten plötzlich konkrete Zeit, Energie und vor allem Geduld. Nehmen wir zum Beispiel den Aufbau meines Inventars. In meiner Vorstellung war das eine schnelle, organisierte Aufgabe – eine Art administrative Checkliste, die ich an einem Nachmittag abhaken konnte. Die Realität erwies sich jedoch als deutlich schwieriger.
Alles, was ich „schnell“ organisieren wollte, dauert in Wirklichkeit mindestens doppelt so lange. Lieferanten, die später antworten als erwartet, Produkte, die länger brauchen, um anzukommen, Entscheidungen, die überdacht werden müssen … Manchmal hat man das Gefühl, dass kein Prozess reibungslos verläuft. Das ist frustrierend. Es macht mich ungeduldig. Und ehrlich gesagt, manchmal auch etwas unsicher. Denn woher soll man wissen, ob man es richtig macht, wenn alles so viel langsamer vorangeht als erwartet?
Doch unterwegs bemerkte ich etwas Bemerkenswertes. Trotz der Langsamkeit, trotz des Chaos, trotz der Momente, in denen ich mich fragte, ob ich vielleicht zu groß geträumt hatte – es geschahen auch Dinge, die mir unerwartet viel Kraft gaben. Kleine, aber bedeutsame Höhepunkte, die mich daran erinnerten, warum ich diesen Schritt gewagt hatte. Ein Lieferant, der sich plötzlich mit Begeisterung einbrachte. Ein erstes Treffen mit jemandem, der sofort an mein Konzept glaubte. Ein Detail im Branding-Prozess, das perfekt passte. Solche Momente sind wie kleine Lichtblicke. Sie geben neue Energie an Tagen, an denen man am liebsten einfach nur eine Pause einlegen möchte.
Und diese Woche ist einer dieser Lichtblicke, die ich so dringend gebraucht habe: Die ersten neuen Taschen sind endlich da. Richtige Produkte. Dinge, die ich in den Händen halten, fotografieren, zeigen und teilen kann. Der Moment, in dem das ganze Puzzle – das bisher hauptsächlich aus Einzelteilen bestand – endlich Gestalt annimmt. Es geht mir zwar immer noch nicht schnell genug, aber langsam wird das Gesamtbild klarer.
Und darin liegt vielleicht der wahre Ursprung des Unternehmertums: die Erkenntnis, dass Wachstum nicht von Geschwindigkeit, sondern von Bewegung abhängt. Und Schritt für Schritt gehe ich voran. Jeden einzelnen Tag.